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DAS LEBEN IST SCHÖN –
AUCH MIT ASTHMA.

Wir stellen vor: Jeannine, 52 Jahre alt, Erzieherin aus Erkner. Jeannine betreut Kinder im Alter von eins bis drei Jahren. Kinder in diesem Alter haben viel Energie und können einen außer Atem bringen. Jeannine hat im (Arbeits-)Alltag nicht nur die Kinder gut im Griff, sondern auch ihr Asthma, das sie seit ihrem 3. Lebensjahr begleitet.




Welchen Einfluss hat Dein Asthma auf Deinen Arbeitsalltag?

Jeannine: Das Asthma hat wenig Einfluss auf meinen Arbeitsalltag. Da ich mit meinen Medikamenten gut eingestellt bin, kann ich meine täglichen Arbeitsaufgaben in der Regel ganz normal erledigen. Natürlich bin ich vielen Krankheitserregern, die die Kinder eventuell mitbringen und übertragen können, etwas mehr ausgesetzt als bei anderen „publikumsarmen” Berufen. Wenn mich doch ein Infekt erwischt, muss ich schon auf meinen Körper hören und ihm die nötige Ruhe gönnen, damit daraus keine schwerwiegenden Probleme in den Atemwegen entstehen.


Hat Dein Asthma Deine initiale Berufswahl in irgendeiner Weise beeinflusst?

Jeannine: Ursprünglich wollte ich Buchhändlerin oder Bibliothekarin werden. Aufgrund meines Asthmas konnte ich diesen Berufswunsch leider nicht umsetzen. Da ich aber immer auch gerne mit Menschen arbeiten wollte, entschied ich mich dann den Berufsweg als Erzieherin einzuschlagen.


Gab es einen Schlüsselmoment, an dem Du beschlossen hast, Dein Asthma am Arbeitsplatz anzusprechen?

Jeannine: Eigentlich bin ich immer sehr offen mit meiner Erkrankung umgegangen. Vorgesetzte und Kollegen habe ich informiert und es gab auch kaum Probleme. Ob es einen Schlüsselmoment gab? Als solchen würde ich Situationen bezeichnen, wo mein Asthma mir körperliche Grenzen aufzeigte. Beispielsweise, wenn die Arbeitsbelastung die Beantragung einer Kur notwendig machte oder der Einsatz von Haustieren im pädagogischen Alltag integriert werden sollte.

Deine Rechte am Arbeitsplatz

Asthma macht häufig auch vor der Bürotür keinen Halt. Ob Du melden musst, dass Du chronisch krank bist oder worauf es beim Beantragen einer Kur ankommt - das und mehr liest du hier.



Welche Rolle haben dabei Deine Kollegen und Deine Familie gespielt?

Jeannine: Ich arbeite in einem sozialen Berufsfeld. Ich denke, gerade durch unseren Berufsethos – dass man jeden so annimmt, wie er ist und individuelle Bedürfnisse von Menschen einen hohen Stellenwert haben – konnte ich auf das Verständnis meiner Mitmenschen bauen. Meine Mutter sorgt sich allerdings bis heute immer noch um meine Gesundheit – aber so sind wohl die meisten Mütter.

Hat sich durch Deine Offenheit etwas am Arbeitsplatz geändert?

Jeannine: Ich bin ein fröhlicher, positiv denkender Mensch, der offen auf andere zugeht. Mein Asthma gehört von Kindesbeinen an zu mir und ich habe gelernt damit zu leben. Oft waren Kollegen und Freunde erstaunt, da man mir mein Asthma wenig anmerkt. Wenn es mir mal nicht so gut geht, erkläre ich es den Beteiligten und wir finden gemeinsam Lösungen, mich zu entlasten. Ein Beispiel: Wenn mich die Kurzatmigkeit überkommt, fällt es mir natürlich schwer, den Wagen mit sechs Kleinkindern zu schieben - es wäre einfach zu anstrengend. Dann übernimmt eine Kollegin gerne diese Aufgabe.

Hast Du aktiv etwas an Deinem Arbeitsplatz verändert?

Jeannine: Ich bin eigentlich täglich an der frischen Luft, was für mich und auch die Kinder gut ist. Ich sorge für Aktivität und Entspannungsphasen. Eigentlich habe ich einen Beruf, der mit Asthma gut zu bewältigen ist. Da brauche ich nicht viel zu verändern.

Hast Du Tipps für Menschen mit Asthma?

Jeannine: Ich finde immer wichtig, auf sein Bauchgefühl zu hören. Ich kann jedem nur empfehlen: Sucht Euch einen Job, der Spaß macht, der Neigungen entspricht und der Euch erfüllt. Wenn es Euch gut geht und Ihr Euch wohlfühlt, wird Euer Asthma nicht die Hauptrolle in Eurem Leben übernehmen. Seid mutig und geht offen mit Euren gesundheitlichen Problemen um! In der Regel werdet Ihr auf Verständnis stoßen und man findet immer ein offenes Ohr. Aber wenn man merkt, der Job passt nicht mehr, es tut einem gesundheitlich nicht gut, dann gibt es bestimmt auch noch einen anderen Weg.

Meine persönlichen Tipps:
  1. Achtet auf Euch, hört auf Körper und Seele. Menschen mit Asthma brauchen mehr Pausen und das ist in Ordnung so.
  2. Schafft Euch neben dem Beruf einen Ausgleich, der Euch guttut.
  3. Ihr müsst keinen Marathon laufen, aber moderate Bewegung an frischer Luft tut einfach gut.
  4. Ganz wichtig: Das Leben ist schön - auch mit Asthma.
symbolisierte Glühbirne



Vielen Dank für das Gespräch!

MAT-DE-2101980-1.0 (05/2021)